Direkt zum Inhalt wechseln

Schafisheim

Zeitraum

2024 – 2025

Tätigkeitsfelder

Testplanung

Auftraggeber

RS Properties AG

Fotograf

Uniola Landschaftsarchitektur

Die Gemeinde Schafisheim liegt im Kanton Aargau, eingebettet in den Wirtschaftsraum Lenzburg und geprägt durch eine industrielle Vergangenheit sowie den angrenzenden Kiesabbau. Das Areal östlich der Industriestrasse stellt eine der letzten grossen Entwicklungsflächen in der Region dar. Die günstige Lage zwischen Autobahn, Bahnlinie und bestehenden gewerblichen Strukturen bietet ideale Voraussetzungen für eine gezielte Verdichtung und eine Neuordnung gewerblicher Nutzungen. Zwischen 2022 und 2024 haben die RSP Properties AG und die Interessengemeinschaft Schoren Aegerten einen übergeordneten Masterplan für das Areal entwickelt.

Die vorliegende Testplanung ist Teil eines offenen, durch ein Fachgremium begleiteten Verfahrens mit zwei weiteren Teams (CONT-S und KCAP). Im Zentrum der Überlegungen standen die funktionale Logistik, die städtebauliche Struktur sowie die Schaffung attraktiver Arbeits- und Freiräume. Die Testplanung von Burckhardt Entwicklungen bildet einen robusten, etappenfähigen Vorschlag für eine bauliche Transformation des Areals unter Berücksichtigung technischer Machbarkeit und architektonischer Qualität.

Entwicklung und Erschliessung

Die Planung basiert auf einer zweigeschossigen Logistikstruktur (Ebene ±0 m / −10 m), die eine horizontale Erschliessung sämtlicher Baufelder durch den Schwerverkehr sicherstellt. Die Anbindung erfolgt primär über die Industriestrasse, eine spätere Erschliessung über die Aarauerstrasse ist optional vorgesehen.

Rampen, Wendeanlagen und abgestimmte Etappen garantieren einen leistungsfähigen Verkehrsfluss. Für den motorisierten Individualverkehr sind unterirdische Parkierungsanlagen vorgesehen. Der Langsamverkehr wird entkoppelt geführt; zentrale Verbindungen – etwa eine Fussgängerbrücke mit Anbindung an Bahnhof und Bus – sichern eine barrierefreie Erschliessung.

Etappierung

Die Entwicklung des Areals erfolgt entlang des schrittweisen Rückzugs der Kiesgrube von Nordost nach Südwest. Beginnend mit dem grössten Baufeld im Nordosten folgen sukzessive weitere Etappen. Die Einheiten sind weitgehend autark realisierbar. Auf eine durchgehende Untergeschossverbindung wird verzichtet, um eine minimale Versiegelung zu gewährleisten.

Logistik und Nutzung

Die Tragstruktur erlaubt eine durchgängige Schwerlastlogistik auf zwei Ebenen. Die vertikale Erschliessung und Versorgung erfolgen über eine Serviceschicht, die neben Lager- und Technikflächen auch Büro- und Nebenräume integriert. Eine zentrale Anlieferung via Logistik-Hub ist möglich, wird aber nicht vorausgesetzt.

Städtebau und Architektur

Die bauliche Ordnung folgt einem orthogonalen Raster mit klar gesetzten Volumen. Die Baukörper zonieren den Freiraum und definieren präzise Abfolgen von Aufenthaltsbereichen. Es entstehen strukturierte Raumtypologien wie der „Ferrumplatz“ im Zentrum oder die prägnante „Landmark“ zur Rupperswilerstrasse. Die Jokerschicht als flexibler Gebäudebereich auf Ebene +2 bzw. im Dachbereich nimmt ergänzende Programme wie Administration, Gastronomie oder PV-Anlagen auf. Die Regelgeschosshöhe liegt bei 25 m, mit optionaler Erweiterung auf 30 m.

Freiraum und Landschaft

Die Freiraumgestaltung nimmt Bezug auf die Topografie der ehemaligen Kiesgrube. Unterschiedliche Pflanzengesellschaften, ortsspezifisch angeordnet, bilden ein robustes Freiraumgerüst. Technische und funktionale Flächen werden mit ökologisch wirksamen Schotterrasen, Stauden, Sträuchern und Bäumen überlagert. Zentrale Orte wie der Ferrumplatz, ein Pavillon im Hain oder die begrünten Dachflächen setzen Akzente. Die Gestaltung folgt einem modularen Ansatz, der Nutzung, Wartung und Biodiversität integriert.

Mehr Projekte